Was bleibt von 1968?

Wann:
29. November 2018 um 18:00 – 19:00
2018-11-29T18:00:00+01:00
2018-11-29T19:00:00+01:00
Wo:
Stadtmuseum Nordico
Was bleibt von 1968? @ Stadtmuseum Nordico

Ein queerer Blick auf die Ausstellung “Wer war 1968?” mit Gerhard Niederleuthner (HOSI Linz)
Stadtmuseum Nordico | nordico.at

Wer war 1968?

In drei Linzer Kultureinrichtungen werden utopische Blicke von damals untersucht. 

Die drei Ausstellungen haben unterschiedliche Schwerpunkte und bilden ein Netzwerk von neuen Ideen, utopisch anmutenden Fantasien und konkreten (gesellschafts-)politischen Forderungen ab. Besonders im Stadtmuseum Nordico werden erstmals Fotos, Plakate, Briefe und Dokumente von Menschen, die damals dabei waren, ausgestellt. Wer war damals wo und warum, mit wem? Wer kämpfte wofür und gegen wen? Wer kam, wer ging? Wo traf mensch sich? Wie wurde zusammen gelebt, geliebt, gearbeitet oder getanzt? Ein unvollständiger Versuch diese Fragen zu beantworten:

Wer war 1968?

Klaus Luger?
In einem Brief zeigte sich der aktuelle Linzer Bürgermeister solidarisch und unterstützte Anliegen von Frauen: „ein selbstverwaltetes frauenhaus, ein frauenkommunikationszentrum und einen kindergarten und eine krabbelstube rund um die uhr“ forderte er und schloß den Brief mit „solidarischen grüßen. vorwärts“.

Josef Nöbauer?
Männerfantasien im Jahr 1968: Sexualität und Auto – wo fängt Provokation an und wann beginnt sexuell Aufgeladenes zu kippen? KuratorIn­nen Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer haben zwar auch Positionen von starken Frauen Platz gegeben, ihnen war aber auch wichtig den (damaligen) Sexismus der männlichen (Künstler)kollegen sichtbar zu machen.

Valie Export?
Eine starke Frau, die vieles vorweggenommen hat, was in anderen Städten rund um den Globus auch im Umbruch war. Sie brachte sich als Frau selbst stark ins Bild und provozierte die Medien – Stichwort „Nackfrosch in Aktion“ in der Galerie Maerz.

Die Berger Mami?
Sie war eine Institution, ihr Café war Treffpunkt von vielen – Künstler*innen, Arbeitern, Feministinnen, Linken, Kiffern und andere Genussmenschen. In diesem Umfeld entstanden neue Ideen für eine bes­sere Stadt, viele davon sind heute aber noch nicht umgesetzt.

Christian Ludwig Attersee oder Dietmar Prem?
Zwei Künstler, die schwules Begehren zeichnerisch thematisierten oder mit realistischen Fotos von Penissen den Blick auf den Mann wagten.

Die Studierenden?
Die 1966 in Linz gegründete Johannes Kepler Uni hatte einen linken Anspruch. Die vertriebenen jüdischen Professoren wurden bewusst an die Uni geholt, um den Mief der Nachkriegszeit zu vertreiben. Die erste Demo der Studierenden galt aber den zu hohen Ticketpreisen für die Straßen­bahn zur am Stadtrand gelegenen Campusuni.

Willi Warma?
Die Kultband Willi Warma um Julius Zechner war wild, schräg, laut und schwul – musikalische Aufbruchsstimmung in der Wechselwirkung von Café Landgraf, Stadtwerkstatt und dem legendären Badcafé, DEM schwulen Treff in Linz.

Text: Gerhard Niederleuthner (PRIDE Magazin, Nr. 166, Okt. 2018)

1968
Viele der Positionen bleiben nur angedeutet, das Buch „Wer war 1968“ wurde am Donnerstag, den 25. Oktober im Rahmen einer DORF.tv live Sendung präsentiert und zeigt detailliertere Standpunkte auf.

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