Internat. Tag gegen Homophobie, Bi-Inter- und Transphobie 2018

Gegen Vorurteile und Diskriminierung

Anlässlich von IDAHOT, dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie erinnert die HOSI Linz, dass Vorurteile und Diskriminierung auch heute noch, trotz aller erreichten, schwer erkämpften rechtlichen Gleichstellungsmaßnahmen immer noch überall passieren. „‘Die waren ja zu Recht drin.‘ – ‚Bei denen war es in Ordnung, dass ihnen das passiert ist.‘ – mit solchen und ähnlichen Aussagen waren die überlebenden homosexuellen Opfer des NS-Terrors auch nach der Befreiung konfrontiert. Es sollte die unglaubliche Zeit bis 2005 dauern, bis sie endlich auch von offizieller Seite als Opfer des Terrorregimes anerkannt und entschädigt wurden. Und selbst damals stellten Abgeordnete der FPÖ noch die Frage, ob es „überhaupt noch lebende“ Opfer gibt und ob diese Anerkennung ‚überhaupt notwendig‘ sei,“ erinnert Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

„Jetzt ist diese FPÖ in der Regierung. Damit stellt sich uns jetzt die Frage, ob es nicht längst zu spät für „niemals wieder“ ist. Ob es nicht nur mehr darum geht, dass es nicht mehr so schlimm wird, wie vor 80 Jahren. Das alles passiert nicht zuletzt dank einer ÖVP, die längst Macht gegen Moral und politischen Anstand getauscht hat,“ so Steinmetz weiter.

„Wir Lesben und Schwule wissen was es heißt, ausgegrenzt und verfolgt zu werden. Und wir wissen, dass Erreichtes schnell wieder verloren sein kann. Dazu brauchen wir den Blick nur über die Grenze zu werfen, es sei zum Beispiel nach Ungarn oder auch Polen,“ meint Steinmetz.

Auch die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, habe erst vorgestern festgestellt, dass Hass auf Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle in Europa erschreckend weit verbreitet sei. In vielen europäischen Ländern hindern Vorurteile und Gewalt Homosexuelle und Transsexuelle daran, frei und sicher zu leben. In Tschetschenien beispielsweise seien mehr als 100 schwule Männer eingesperrt oder entführt worden. In Gefangenschaft seien sie Opfer von schweren Misshandlungen und Demütigungen geworden. Auch in Aserbaidschan seien einige Schwule und Transgender-Personen aufgegriffen worden. Sie wurden demnach geschlagen und erzwungenen medizinischen Untersuchungen unterzogen. Das nur als besonders drastische Beispiele für ein verbreitetes Problem.

Steinmetz zieht daraus folgendes Fazit: „Demokratie und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Demokratie bedeutet Arbeit und Einsatz; die Durchsetzung der Menschenrechte braucht Kampf und Engagement. Jeden Tag. Jetzt ist Zivilcourage gefragt – nicht nur, wenn es um die eigenen Rechte geht, sondern für die Rechte aller! In Österreich, in Europa, weltweit!“

gez. Mag. Richard Steinmetz
Vereinssprecher der HOSI Linz

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