Über Geschmack lässt sich streiten – über Freiheitsrechte nicht

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Der Linzer FPÖ-Gemeinderat Günther Kleinhanns empört sich heute in einer Medienaussendung über die Unterstützung des „linzpride 2018“ durch SPÖ, Grüne, Neos und KPÖ und empört sich über die “sexualisierenden Darstellung von als Tieren verkleideten Menschen im öffentlichen Raum”, bei der “der gute Geschmack” endet.

“Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten, über Freiheitsrechte hingegen nicht”, entgegnet Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz. Das Recht zu demonstrieren stünde jenseits der Zustimmung oder Ablehnung einzelner politischer Fraktionen. Die HOSI Linz freue sich, dass so viele Menschen beim diesjährigen „linzpride“ die Möglichkeit wahrgenommen haben, für die Gleichstellung von LGBTIQ-Personen auf die Straßen zu gehen. Es wäre der FPÖ ja auch freigestanden, sich an diesem Demonstrationszug zu beteiligen, wenn ihnen das Anliegen, dass jeder “seine Sexualität nach eigener Fasson ausleben können soll” – Zitat Kleinhanns – wichtig wäre.

“Wir finden es toll, dass die Stadtpolitik beschlossen hat, dass Linz modern und international wie Berlin, London oder Madrid werden soll. Dazu gehört dann auch eine aktive, lebendige QueerCommunity, die von Politik und Medien unterstützt und gefördert und öffentlich wahrgenommen wird. Dazu gehören auch die Pride-Parade, Straßenfeste und queere Veranstaltungen jeglicher Art – und darauf sind wir stolz”, so Steinmetz weiter.

Dass die HOSI Linz ihren Teil dazu beiträgt, dass Linz dieses moderne und internationale Image bekommt, sollte auch ein Grund für die FPÖ sein, auf Linz stolz zu sein, statt das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Menschen und die öffentliche Unterstützung der Anliegen der LGBTIQ-Personen durch tausende Linzer*innen madig zu machen.

Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liege laut österreichischem Werberat insbesondere dann vor, wenn die Person auf ihre Geschlechtsmerkmale reduziert und dies in den Mittelpunkt der Werbegestaltung gerückt wird. “Selbst wenn die FPÖ neuerdings international beachtete Bademode herstellt und vertreibt – was ja an sich keine schlechte Idee ist -, wäre die bildfüllende Darstellung beinahe nackter Oberkörper ohne inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt sexistisch. Das gilt natürlich auch bei gleicher Darstellung auch für Shampooprodukte für Brusthaar aus FPÖ-Produktion”, so Steinmetz abschließend.

 gez. Mag. Richard Steinmetz
Vereinssprecher der HOSI Linz

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