summermeeting2011

LesBiGay Youth Summermeeting 2011/ So. 14 - Sa. 20. August 2011
>> Fotos vom Summermeeting 2009!
>> Fotos vom Summermeeting 2008!
>> Fragen zum Summermeeting: summermeeting@hosilinz.at
>> Mehr Infos unter: www.summermeeting.at
Zeit für Sommergefühle...
Hast auch du Lust mit 50 anderen lesbischen, schwulen und bisexuellen
Jugendlichen bis 25 J. gemeinsam eine Woche voll Spaß, Action und
Abwechslung zu erleben? Dann nix wie hin zum LesBiGay Youth
Summermeeting vom Sonntag, 14. - Samstag, 20. August 2011 im Europacamp
Weißenbach/Attersee.
Was erwartet mich?
Egal was du willst, du hast die Gelegenheit, Leutekennen zu lernen,
Urlaub zu machen, kreativ zu sein, einfach ohne Zwänge entspannen zu
können und FreundInnen zu treffen. Eines ist sicher: Wir machen Spaß,
haben jede Menge Abwechslung, und auch gemeinsam Zeit für Diskussionen,
Erfahrungsaustausch und zahlreiche interessante Workshops. Nutz die
Chance, Neues zu entdecken und zu erleben.
Was geht da ab?
Wir haben viel mit dir vor: Kennenlernspiele, Nachtwandern, Schwimmen,
Grillen, Body-Painting, Tanzen, viel Musik, lange Nächte, eine lässige
Summermeeting Party zum Abschluss und viel, viel mehr!
Wo bin ich da?
Wir werden im Europacamp untergebracht, wir verfügen dort über
Holzbungalows, wo wir deinen Platz reservieren, oder du nimmst dein
eigenes Zelt mit. Das Camp liegt direkt am Attersee (eigener
Badeplatz!), Vollpension ist inklusive. Neben Schwimmen gibt’s auch
viele sportliche Möglichkeiten (Volleyball, Tischtennis,...).
Nur bis 25 Jahre!
Bericht2010
Bericht vom Summermeeting 2010:
Ein extrem bewegendes Summermeeting 2010
Sonntag, der 8.8.2010, in Weißenbach am Attersee. Es ist warm, aber leicht regnerisch. Die Frisuren sitzen dennoch. Viele alt bekannte aber auch neue Gesichter trafen sich im Europacamp um gemeinsam eine Woche voller Überraschungen zu erleben, mit denen wohl niemand gerechnet hatte.
Mit großen Erwartungen und vielleicht auch den ein oder anderen Ängsten begann die Woche mit interessanten Kennlernspielen und einem ersten Abend in sehr gemütlicher Atmosphäre bis spät in die Nacht. Der nächste Morgen brachte (zumindest für die neuen und anderen Bewohner am Campingplatz) die erste Überraschung. Wiederholungstäter wissen wovon die Rede ist. Leise und gerade zu zärtliche Klänge von Nana Mouskouri schallten bis in jede Hütte und jedes Zelt und wünschten einen schönen „Guten Morgen Sonnenschein". Nachdem der erste Schock verdaut war, ging es zum Frühstück und anschließend zum gewählten Tagesworkshop. Heuer standen Kreativität, Sport und psychologisches Wissen und Erfahrungen im Mittelpunkt. Am Abend kamen die letzten sichtbaren Wolken nur noch aus dem Grill, der den TeilnehmerInnen einen genüsslichen Abend bereitete.
Der morgendliche Weckruf am Dienstag behielt recht und die Sonne strahlte den verschlafenen Gesichtern entgegen. Der Tag sollte aber nicht ganz so sonnig ausklingen wie er begonnen hatte. Nach den Tagesworkshops und dem unheimlich nahrhaften Mittagessen stand der Sex-Workshop mit Brigitte Kiesenhofer von der Aids-Hilfe an und wurde von vielen Neugierigen besucht. Jede/r TeilnehmerIn konnte wieder etwas dazulernen oder sich erneut über die Risiken und Praktiken beim Sex informieren. Nebenher wurde der Badestrand kurzer Hand von Silke (Kreativ-Workshop Leitern) zu einer bunten Bodypaint-Area umgewandelt. Hier wurde jeder der sich traute mit Farben in Phantasiewesen verwandelt, in eine antike Rüstung gesteckt oder als Leinwand für moderne Kunst verwendet. Nach dem Fotoshooting für die Ewigkeit wurde die Kunst mit einem beherzten Sprung in den heuer gar nicht so kalten Attersee den Wellen überlassen. Die vorangegangenen Unwetter hatten den Nixenfall für die Fackelwanderung unbegehbar gemacht und so musste auf eine neue (bis dahin noch unbekannte) Strecke ausgewichen werden. Der doch recht steile und teils abenteuerliche Weg forderte einiges von den TeilnehmerInnen ab, aber die Mühe war es wert und jede/r konnte mit Stolz auf seine Leistung zurückblicken.
Die Rückkehr ins Camp war weniger erfreulich. Nach vorherigen kleinen Anfeindungen mit ein paar recht jungen und wohl unwissenden Jugendlichen am Platz krönten sie ihr homophobes Verhalten mit dem Aufschlitzen einer Zeltwand und der Zerstörung eines weiteren Zeltes. Die Schuldigen waren schnell gefunden und kamen (zumindest wegen des zerstörten Zeltes) reumütig angekrochen und wurden zur Rechenschaft herangezogen. Der Campleiter, der übrigens immer zu Recht auf unserer Seite war, konnte auch die jede Nacht immer weniger werdenden Summermeeting Transparente wieder auftreiben. Trotz dieser bis dato noch nie da gewesenen extrem homophoben Ereignisse ließen sich die TeilnehmerInnen den Spaß nicht verderben oder einschüchtern, sondern wuchsen noch mehr zusammen.
Der Supriseday am Mittwoch begann mit einer kleinen Bootstour über den Attersee. Da es allerdings nicht genügend Elektroboote für alle gab, musste das Staff-Team auf Tretboote umsteigen und ordentlich in die Pedale treten, um den Attersee auch aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten zu können. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und lud zum Relaxen und Entspannen am See ein.
Aber halt. Die roten Falken, die gleichzeitig am Europacamp vertreten waren, hatten von den nächtlichen Zerstörungsaktionen Wind bekommen und luden um 15 Uhr zu einer Demonstration gegen Homophobie auf dem Campingplatz ein. Mit eigen Transparenten und Bannern mischten sich die roten Falken und die SummermeetlerInnen zu dem wohl ersten Christopher Street Day in der Geschichte von Weißenbach. Auch das Strandbad blieb nicht verschont. An dieser Stelle danken wir erneut den roten Falken für die tolle Unterstützung und den Mut Farbe zu bekennen.
Der Abend sollte ebenso actionreich werden. Nachdem den TeilnehmerInnen ein Karaokeabend versprochen wurde, für den es sich herzurichten galt, bestiegen in ahnungsloser Vorfreude alle den Bus. Selbst nach dem Ausstieg war noch nicht klar, dass eigentlich wieder auf das Discoschiff geht. Erst als dieses anlegte und die feierlustige Meute an Bord nahm gab es kein Halten mehr. Die leider konfiszierten Federboas taten der Feierstimmung keinen Abbruch und es wurde ausgelassen getanzt und gefeiert. Zu Glück bleiben heuer hier die extremen homophoben Sprüche aus und der ein oder andere „Hetero" schien Gefallen an unserer Lust am Feiern bekommen zu haben und machte ordentlich Stimmung. Erschöpft, aber glücklich fuhren wir ins Camp zurück und ließen den Abend am Lagerfeuer ausklingen.
Am Donnerstag war wohl die eine oder der andere von sich selbst überrascht. Dame Edith gab sich mit Kollegen wieder die Ehre und bereicherte das Camp mit ihren vielen Schminktöpfen, Haarnadeln und falschen Wimpern. Jeder der sich neu ausprobieren oder weiter in Lauftechniken verbessern wollte, wurde zur Drag-Queen bzw. zum Drag-King umgewandelt. Dabei waren einige neue Talente zu entdecken. Wer sich nicht ganz umwandeln lassen wollte, konnte auch wieder mit Fingerfarben an seinem/ihrem Körper oder den von anderen experimentieren. Die Kinderfreunde, die uns freundlicherweise das Camp Center für den Abschlussabend überließen, waren herzlich zu der Schmicksession eingeladen und bewiesen ihr Talent für und ihre Freude an den Farbtöpfen. Die am Abend stattgefundene Show „Weißenbach´s Next Topmodel" erzielte einer große Zuschauerquote. Hier konnten die verwandelten Damen und Herren ihr können auf dem Laufsteg zu anheizender Musik beweisen. Heidi war wieder einmal so begeistert, dass sie kurzer Hand alle zu GewinnerInnen kürte. Doch die Überraschung sollte erst kommen. Nach lautstarken Anfeuerungsrufen der Kinderfreunde und SummermeetlerInnen sprangen die ersten Drags ins kühle Nass. Auch eine Betreuerin der Kinderfreunde beugte sich dem Gruppendruck und sprang voll bekleidet ins Wasser und löste einen Flashmob bei den Kindern aus, sodass fast alle Kinder und Drags am Ende gleichzeitig im Wasser schwammen und für eine riesen Wasserschlacht sorgten. Ein gelungener Abschluss nachdem der Regen genau bis zum Schluss ausgeharrt hatte.
Der Freitag war wettertechnisch leider etwas trüb, aber die Stimmung der TeinehmerInnen dafür umso besser. Insgeheim wurden Pläne für den Abschlussabend geschmiedet, bei denen die Staffs ihr weißes Wunder erleben sollten. Nach dem Eintreffen der Gäste und alten Bekannten des Summermeetings wurde das gigantische ;) Buffet eröffnet. Danach ging es ins Camp Center zum Abschlussabend, der nicht ohne feuchte Augen bleiben sollte. Zur Einstimmung zauberte Peter (Staff) eine sehr bewegende Fotodiashow mit Musik zusammen, die einige TeilnehmerInnen zu Tränen rührte. Nach der Vorstellung der Workshops und was die TeilernehmerInnen alles erlebt hatten (auch die beeindruckende Besteigung des Schobersteins für unsere Flachland gewöhnten deutschen Gäste war dabei), brachte die Auktion der Kunstwerke des Kreativworkshop eine horrende Summe zugunsten des Summermeetings ein. Ein gayniales Improvisationstheaterstück, das in einer dermaßen kurzen Zeit unter der Leitung von Silke erarbeitet wurde, bot einen kritischen Rückblick auf die Zeit im Camp und unterstrich erneut, dass wir uns die Laune nicht von ignoranten und homophoben Personen vermiesen lassen wollen. Die Überraschung kam zum Schluss. Die Staffs durften in einem Wettstreit mit verbunden Augen ihre Schlecktechniken beweisen und gegeneinander in Teams antreten. Dafür wurden unsere lieben Nachbarn aus Deutschland oben entblößt und mit nicht wenig Schlagobers und Schokosauce beschmiert, die es dann von den Staffs zu entfernen galt...natürlich nur mit dem Mund, was natürlich mehr zur Erheiterung der ZuschauerInnen führte. Die Danksagungen wurden von großem Beifall und Getöse begleitet und zeigten dem Staffteam und den Workshop LeiterInnen, dass sich ihr Einsatz absolut gelohnt hatte.
Der Abschied Samstag endete mit der Feedbackrunde und vielen lieben Worten. Einig waren sich alle, dass die Woche wohl eine unvergesslich schöne und eine der Extremen war, die aber alle zusammengeführt hat und den Abschied umso schwerer machte. Dieses Gefühl des Zusammenhalts einer eigentlichen Minderheit lässt sich mit Worten nicht beschreiben, sondern nur am eigenen Leib erfahren. Vielleicht machst ja auch Du schon das nächste Jahr diese Erfahrung mit uns beim nächsten Summermeeting 2011, die dein Leben garantiert verändern wird.







