HOSI Linz Presseaussendungen
Ein erster Schritt
11.11.2011 19:00
HOSI
Linz: Verfassungsgerichtshofentscheidung in Bindestrich-Frage ist ein erster
Schritt zur Beendigung diskriminierenden Bösartigkeiten des ÖVP-dominierten
Innenministeriums.
Die
HOSI Linz begrüßt, dass der Verfassungsgerichtshof das Bindestrichverbot für
homosexuelle Paare, die eine Eingetragene Partnerschaft (EP) eingehen,
aufgehoben hat. Vereinssprecher Gernot Wartner freut sich: "Das
Verbot eines Bindestrichs bei einem gemeinsamen Doppelnamen war eine bewusst
diskriminierende Bosheit des ÖVP-geführten Innenministeriums. Denn Eingetragene
Partner und Partnerinnen waren somit behördlich zwangsgeoutet. Daher begrüßen
wir diesen Entscheid des Verfassungsgerichtshofs, mit dem Doppelnamen einer EP
nunmehr der Ehe gleichzustellen sind. Es ist ein Schlag ins Gesicht der
ehemaligen Innenministerin Maria Fekter!"
Die
HOSI Linz hätte diese und andere diskriminierende Bestimmungen für
gleichgeschlechtliche Paare von Anfang an kritisiert. Die oberösterreichische
Lesben- und Schwulenorganisation weist aber darauf hin, dass es noch immer
Unterschiede gibt, die nicht mehr zu rechtfertigen sind. Dass die Klage eines
heterosexuellen Paares, die auf Zugang zur Eingetragenen Partnerschaft klagte,
vom VfGH abgewiesen wurde, ist für die HOSI Linz dabei ein bitterer
Wermutstropfen.
„Dieser
Entscheid ist ein erster Schritt und nur sehr zäh kommen wir irgendwann einmal
dorthin, wo wir schon längst sein sollten: zu einem diskriminierungsfreien
Partnerschafts- und Familienrecht, in dem gilt: Gleich viel Recht für gleich
viel Liebe - egal welche Form des Zusammenlebens zwei Menschen wählen. Dass
beispielsweise gleichgeschlechtliche Paare in Österreich keine Kinder
adoptieren dürfen, entbehrt jeder sachlichen Grundlage".
Wartner
rechnet daher auch mit weiteren Klagen: „Wenn die Regierung zahlreiche
Diskriminierungen, Ungleichbehandlungen und Gemeinheiten ins EP-Gesetz
schreibt, darf sie sich über weitere Klagen nicht wundern. Man könnte der
Justiz viel Zeit und Arbeit und dem Steuerzahler damit auch viel Geld sparen,
indem Diskriminierungen schon von der Politik beseitigt werden, was leider mit
der traditionell homophoben ÖVP nicht möglich zu sein scheint. Dass Lesben und
Schwule immer wieder vor Gericht ziehen müssen, um die elementarsten Rechte zu
bekommen, beweist das Scheitern dieser von homophober Ideologie geprägten
Politik!"
Wartner
appelliert in diesem Zusammenhang an die ÖVP Oberösterreich, sich mit dem immer
noch ausständigen Landes-Partnerschaftsgesetz nicht in dieselbe Ideologie-Falle
zu begeben. Auch in Oberösterreich scheitert das Gesetz bisher an der starren
homophoben Haltung der ÖVP, die partout keine Gleichstellung will, selbst wenn
letztlich nur unschuldige Kinder die Leidtragenden sind. „Die ÖVP darf sich
nicht wundern, wenn ihr auch das Oö. EPG höchstgerichtlich um die Ohren fliegt,
wenn sie auf Landesebene dieselben Boshaftigkeiten wie die Bundesregierung
festschreiben will", meint Wartner abschließend.
Für die HOSI Linz
gez. Gernot Wartner,
Vereinssprecher
Linz, den 11.11.2011








