HOSI Linz Presseaussendungen


Der Zähler läuft: Aktion 4.000 x 10 Euro!

19.11.2011 18:00



HOSI Linz bittet um Spenden. Spendenhomepage online!

HOSI Linz bittet alle Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen um solidarische Unterstützung!

 

Seit beinahe 30 Jahren ist die HOSI Linz die Interessenvertretung für die Lesben und Schwulen in Oberösterreich. Mehr noch: sie ist Anlaufstelle bei sozialen, rechtlichen und medizinischen Problemen, Sprachrohr für die Anliegen der gleichgeschlechtlich l(i)ebenden Menschen in Oberösterreich und Ansprechpartnerin für Politik, Medien und Gesellschaft.

Damit ist die HOSI Linz nicht nur der drittälteste Lesben- und Schwulenverein in Österreich überhaupt, sondern auch einer der aktivsten der mit den umfassendsten Angeboten für Lesben, Schwule und TransGender-Personen aufwarten kann. Beinahe 7.000 Menschen lassen sich von der HOSI Linz regelmäßig Informationen zusenden, lesen PRIDE, das lesbisch-schwule Österreichmagazin, das die HOSI Linz 1991 ins Leben gerufen hat, Hunderte kommen jährlich zu Veranstaltungen oder nehmen andere Angebote wie zum Beispiel die Beratung in Anspruch. Und mit einem Gesamtumsatzvolumen von rund 250.000 Euro im Jahr ist die HOSI Linz längst mit einem kleinen Unternehmen vergleichbar. Das alles ist nur möglich, weil sich unzählige Lesben und Schwule in der HOSI Linz in verschiedenstem Ausmaß engagieren. Und das größtenteils ehrenamtlich. 365 Tage im Jahr.

Durchschnittlich gibt es wöchentlich etwa ein bis zwei Veranstaltungen im Veranstaltungssaal. Das Angebot reicht von Kabarettabenden, Lesungen, Theateraufführungen, Vernissagen bis hin zu Podiumsdiskussionen und Kursangeboten wie Tanzkurse, Sprachkurse u.a. in Gebärdesprache. Und auch bei 60 BesucherInnen, für die der Veranstaltungssaal zugelassen ist, ist eine kostendeckende Auslastung kaum realistisch. Dazu kommen noch Veranstaltungen, wie das Straßenfest zum CSD, das rund 11.000,-- Euro kostet und wo naturgemäß die rund 600 TeilnehmerInnen keinen Eintritt bezahlen. Es liegt also auf der Hand, dass hier finanziell ein Abgang entsteht. Und selbst keine Veranstaltungen anzubieten, würde Kosten verursachen - ganz abgesehen davon, dass das ja wohl nicht die Intention dieses Hauses sein kann. 

Dennoch erhält die HOSI für den gesamten Veranstaltungsbetrieb im Jahr 2011 genau 1.000,-- Euro Kulturförderung durch das Land OÖ. Aber 20.000,-- bis 30.000,-- Euro fehlen in diesem Bereich jährlich und mit dem Abgang aus dem Vorjahr wird der Schuldenstand zum Jahresende 2011 um die 45.000,-- Euro betragen - eine Größenordnung, die den Verein jedenfalls massiv in seiner Existenz gefährdet.

Die HOSI Linz ruft daher zu einer Spendenaktion auf! Wenn es in Linz bzw. Oberösterreich 4.000 Menschen gibt, die lediglich 10,-- Euro aus Solidarität mit den lesbischen und schwulen BürgerInnen dieses Landes zur Verfügung stellen, dann ist zumindest das Problem für heuer gelöst.

„Wenn sich 4.000 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher entschließen, nur 10,-- Euro zu überweisen, oder 400 uns mit 100,-- Euro unterstützen, ist der Verein vorerst gerettet. Wir appellieren an alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, die einzige Einrichtung in unserem Bundesland, die sich für die Belange der lesbischen und schwulen MitbürgerInnen, aber auch für deren Angehörige, Familien und FreundInnen einsetzt, am Leben zu erhalten!", so der Vereinssprecher der HOSI Linz, Gernot Wartner.

Die HOSI Linz hat daher eine Spenden-Homepage eingerichtet, über die man bequem direkt vom eigenen Konto, über Kreditkarte oder ein Paypal-Konto spenden kann. Und natürlich kann man auch ganz herkömmlich auf jeder Bankfiliale Geld auf das Konto der HOSI Linz überweisen:

Spendenkonto bei der Oberbank AG, Kto.-Nr. 611 119 850, BLZ 15.000;lautend auf Homosexuelle Initiative Linz (HOSI Linz), Verwendungszweck: „Solidarität 2011"

Eine umfangreiche Dokumentation über die Arbeit der HOSI Linz kann den Geschäftsberichten der HOSI Linz entnommen werden: http://www.hosilinz.at/materialien/36/geschaeftsberichte-hosi-linz.html

Abschließend bittet Gernot Wartner nochmals: „Lassen wir gemeinsam nicht zu, dass die beinahe 30-jährige Aufbauarbeit durch Nichtzuständig-Fühlen und Nichtstun ausgerechnet im viel beschworenen Jahr der Freiwilligenarbeit zunichte gemacht werden! Der Zähler tickt - nicht nur der Spendenzähler auf unserer Spendenhomepage, sondern auch Zeitzähler. Und die Zeit läuft uns mit jedem Tag, mit jeder Stunde weiter davon..."

Hintergrund:

Die HOSI Linz ist eine oberösterreichweit tätige Organisation, die, wie viele andere auch, in Linz ihren Sitz hat. Die HOSI Linz vertritt immerhin die Interessen und Anliegen von rund 60.000 Lesben und Schwulen in Oberösterreich. Den jährlichen Bezuschussungsbedarf von 140.000 Euro deckt die Stadt Linz mit 70.000,-- Euro und das Sozialreferat des Landes OÖ mit 30.000,-- nur teilweise ab. Die HOSI Linz hat 2010, das erste gesamte Jahr, in dem das neue Haus im Vollbetrieb war, exakt 246.268,26 Euro eingenommen, davon betragen die Subventionen durch Stadt und Land mit 102.000,00 Euro lediglich 41,42%. Anders ausgedrückt, 58,58% erwirtschaftet der Verein selbst.

Die HOSI Linz hat auf Ersuchen der Stadt Linz im Jahr 2007 eine mittelfristige Finanzplanung vorgelegt, die für das Jahr 2010 einen Bezuschussungsbedarf von 149.000,-- Euro prognostiziert hat. Es ist also allgemein bekannt gewesen, dass die HOSI Linz mit Bezug der neuen Räumlichkeiten in der Fabrikstraße einen höheren Finanzierungsbedarf haben wird. Immerhin 300m² statt bisher 70m², ein Café und ein eigener Veranstaltungsraum - das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, die aber natürlich auch mit Finanzierungskosten verbunden sind.

Während die Stadt Linz neben den Errichtungskosten ohnehin den größten Teil des Abgangs abdeckt, und auch das Sozialressort des Landes dankenswerter Weise seit Jahren die Lebens- und Sozialberatungsstelle des Vereins fördert, bezuschusst die Landeskulturdirektion die kulturellen Aktivitäten mit genau jenem Betrag, den die HOSI Linz 2009 und 2010 zur Abhaltung des Straßenfests allein bekommen hat, nämlich mit 1.000,-- Euro.

Die HOSI Linz ist die einzige Organisation in Oberösterreich, die sich der Thematik „Homosexualität" in seiner ganzen Breite annimmt - überparteilich und überkonfessionell. Die HOSI Linz betreibt regionale Angebote und Anlaufstellen in Vöcklabruck und Freistadt, ihre Mitarbeiter sind laufend in ganz Oberösterreich zu Infovorträgen in Schulen, Jugendzentren oder Pfarren unterwegs - rund 30 Termine im Jahr, die gänzlich ehrenamtlich geleistet werden und wo nur die Fahrtspesen den AktivistInnen ersetzt werden.

Mit fünf Angestellten (davon 1 Vollzeit und 2 Teilzeitkräfte im Café, eine Teilzeitreinigungskraft und nur einen Teilzeitmitarbeiter für die gesamte Koordination und Organisation) ist die HOSI Linz sehr schlank aufgestellt. Die eigentliche Arbeit (vom Zeitungsmachen, Flyerversand, Durchführung von Veranstaltungen, Workshops, Beratung, regionale Arbeit bis hin zum gesellschaftlichen und politischen Networking und Lobbying) wird ehrenamtlich erbracht. Vorsichtig geschätzt 3.247,20 Stunden im Jahr werden ausschließlich ehrenamtlich erbracht, die, wenn man diese Arbeit durchschnittlich mit 11,-- Euro, also sehr nieder qualifiziert, annimmt, dann 35.719,20 Euro ausmachen. Nur zum Vergleich: Die Feuerwehrtarifordnung 2010 für Freiwillige Feuerwehren und Betriebsfeuerwehren in Oberösterreich berechnet 20,-- Euro je Mann/Frau und Stunde.

Der voraussichtliche Schuldenstand zum Jahresende 2011 wird um die 45.000,-- Euro betragen - eine Größenordnung, die den Verein jedenfalls massiv in seiner Existenz gefährdet.

Für die HOSI Linz

gez. Gernot Wartner, Vereinssprecher

Linz, den 19.11.2011






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