HOSI Linz Presseaussendungen
Kirchliche Lesben- und Schwulenhetze!
26.06.2008 18:00
Unterschriftenaktion gegen die Homo-Ehe kläglich gescheitert
Für die HOSI Linz ist die Unterschriftenaktion rechtskatholischer FundamentalistInnen nichts als Lesben- und Schwulenhetze. HOSI fordert Schutz vor Verhetzung durch das Gesetz und die vollständige Trennung von Kirche und Staat!
Laut den BetreiberInnen der Initiative „Nein zur Homo-Ehe" - was ja an sich schon den Tatbestand der Irreführung beinhaltet, denn um die Homo-Ehe geht es Justizministerin Berger mit ihrem Gesetzesentwurf ja nun überhaupt nicht - haben 22.000 Menschen diesen Aufruf bisher unterschrieben. Abgesehen davon, dass die BetreiberInnen allesamt eher schillernden Organisationen des rechtsfundamentalistischen Spektrums angehören, als da wären "Institut für Ehe und Familie", "IMABE Institut", "Weg der Versöhnung - Runder Tisch Österreich", "Freie Christengemeinden -Pfingstgemeinden", "Bund Evangelikaler Gemeinden in Östererreich" oder "Gemeinschaft 'Umkehr zum Herrn'" u.a.m., ist der Jubelschrei wohl etwas überzogen.
Bei näherer Betrachtung sind 22.000 UnterzeichnerInnen nämlich bei zurzeit 8.340.924 EinwohnerInnen bloß 0,264 % der Bevölkerung. Die Partei "Die Christen", die ihr Personal aus dem selben Spektrum rekrutiert hat im Vergleich dazu heuer bei der Landtagswahl in Niederösterreich zumindest 0,84 Prozent der Stimmberechtigten überzeugen können; in Tirol gaben sogar 1,40 Prozent der Wahlberechtigten den christlichen Fundamentalisten ihre Stimme. Gerade einmal 22.000 Unterschriften gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz sind trotz massiver Unterstützung in fast allen Kirchen und quer durch fast alle christlichen Konfessionen durch Aufrufe bei der Predigt, Auflage in den Kirchen nach der Messe und in Pfarrämtern, bei Infoständen und bei Hausbesuche von AktivistInnen in Kleingemeinden, und trotz massiver Presseaktionen und zustimmender öffentlicher Äußerungen der Bischöfe, nicht gerade ein Grund zum Jubeln.
„Der Staat soll sich nicht in die Intimbeziehungen der Bürgerinnen und Bürger einmischen!" meinte die Plattform "Gesellschaftsverantwortung", eine der InitiatorInnen der Aktion und Johannes Fichtenbauer, Verantwortlicher für die Diakonenausbildung der Erzdiözese Wien verwies auf den jetzigen Papst: „Für gläubige Katholiken ist die Sachlage an sich klar: Schon 2003 hatte Kardinal Ratzinger, damals Vorsitzender der Glaubenskongregation, über die Verantwortung der Gläubigen geschrieben, dass es geboten sei, im Falle der rechtlichen Anerkennung von homosexuellen Lebensgemeinschaften 'klar und öffentlich Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzentwurf zu votieren'".
"Dazu kann man nur sagen, die Kirchen sollen sich nicht in die Intimbeziehungen der Bürgerinnen und Bürger einmischen und es dem Staat überlassen, wie er deren Rechtsverhältnis zu regeln gedenkt. Wir sagen ja auch nicht den Kirchen, wen sie segnen sollen und wen nicht! Wo bitte bleibt in Österreich die Trennung von Kirche und Staat?", erklären die VereinssprecherInnen der HOSI Linz, Gemeinderätin Edith Schmied und Gerhard Friedinger. "Und solche angeblichen basiskirchlichen Aktionen rechtskatholischer FundamentalistInnenkreise entlarven sich alleine schon durch die Wortwahl als das was sie sind: nämlich Hasspropaganda und Hetze gegen Lesben und Schwule. Einmal mehr fordern wir den Schutz des Gesetzes vor solcher homophober Verhetzung, der uns bisher verwehrt wird. Es ist eine Schande, dass Österreichs Lesben und Schwule im Jahr 2008 - 39 Jahre nach den Stonewall-Unruhen und 37 Jahren nach Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität immer noch solchen Anfeindungen ausgesetzt sind. Es ist mehr als traurig, dass sich die Kirchen mit ihren reaktionärem Gedankengut heute immer noch in die Politik dieses Landes einmischt und niemand etwas dabei findet. Und es ist doppelt traurig, dass wir das ausgerechnet zum heurigen Christopher-Street-Day wieder einmal so massiv erleben müssen", so die beiden HOSI-SprecherInnen.
Für die HOSI Linz
gez. GemR.in Edith Schmied, Vereinssprecherin
gez. Gerhard Friedinger, Vereinssprecher
Linz, den 26.06.2008








