HOSI Linz Presseaussendungen
Kein Tod aufgrund homosexueller Orientierung
09.10.2008HOSI Linz zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober
Kein Tod aufgrund homosexueller Orientierung!
"Was uns längst unfassbar erscheint, ist heute noch grausame Realität. Schwule und Lesben müssen in Afghanistan, Saudi Arabien, Iran, Mauretanien, Sudan, Tschetschenien und im Jemen mit der Todesstrafe rechnen. Sie wird nicht nur immer wieder verhängt, sondern leider meistens unverzüglich ausgeführt", betont die Vereinssprecherin der HOSI Linz, Edith Schmied.
"In immerhin noch fast 60 Staaten der Welt ist Homosexualität total verboten. Die gesetzliche Ächtung gleichgeschlechtlicher Liebe zieht nicht nur Bestrafungen, von Auspeitschung und Einkerkerung bis zur Hinrichtung, nach sich. Diskriminierung per Gesetz schafft auch eine repressive gesellschaftliche Atmosphäre, in der es Lesben und Schwulen unmöglich gemacht wird, ein angstfreies, erfülltes Leben zu führen. Selbst in Österreich tragen die Gesetzeslage und so manche Religionsgemeinschaft immer noch zur Diskriminierung und Ausgrenzung auf Grund gleichgeschlechtlicher Orientierung bei", erklärt HOSI-Linz-Vereinssprecher Gerhard Friedinger.
"Die HOSI Linz musste sich zuletzt aus den traurigen Anlässen der jüngsten drei Exekutionen schwuler Männer im Iran, zuletzt im heurigen Jahr, an die Öffentlichkeit wenden. Überdies warnen wir in unserer Beratung vor sexuellen Kontakten in Ländern mit Verboten. Und nicht zuletzt wissen wir aus unserer Beratung, wie schwer es auch hierzulande gerade Jugendliche aus fundamentalistisch-religiösen Familien haben, zu sich zu stehen und ihre sexuelle Orientierung zu leben", ergänzt Vereinssprecherin Edith Schmied.
"Wir sehen die Asyl- und Abschiebungspraxis selbst in Mitgliedstaaten der Europäischen Union immer wieder als problematisch an und mahnen diesbezüglich poltisch-administrative Umsicht an. Denn werden Lesben und Schwule, die wegen ihrer Homosexualität um Asyl ansuchen, in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, droht ihnen dort die Folter. Und dann ist nach solcherart erpressten Geständnissen oft der Tod vor allem durch Erhängen, Steinigen oder zu Tode Stürzen nicht weit", mahnt Edith Schmied.
"Den weltweit eingeführten Gedenktag auch in der EU zu verankern, scheiterte am Veto Polens. In Polen selbst gibt es seit 20 Jahren keine Todesstrafe mehr. Es wird dort vielmehr sehr engagiert für Schutz des Lebens gekämpft. In verschiedenen Aussagen der Gebrüder Kaczynski und mit Unterstützung der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) wird aber sehr wohl mit einer Einführung der Todesstrafe sympathisiert", unterstreicht Gerhard Friedinger.
"Die HOSI Linz ist in ihren Grundsatzdokumenten wie ihrer Alltagspraxis einem aufgeklärten Humanismus und einer gesellschaftspolitischen Liberalität und Solidarität verpflicht. Wir sind also dazu da, den Finger immer wieder in die Wunden zu legen. Denn Schweigen bedeutet nur allzu oft Tod", resümiert Vereinssprecher Gerhard Friedinger.
Mit der Bitte um Veröffentlichung!
Mit freundlichen Grüßen
Anita Gasperl
Geschäftsführerin
Homosexuelle Initiative Linz (HOSI Linz)
The Lesbian and Gay Movement in Upper Austria
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