HOSI Linz Presseaussendungen
Kuss-Fortbildung für EntscheidungsträgerInnen
20.11.2008HOSI Linz will Gleichbehandlung beim Küssen und fordert:
Kuss-Fortbildung für EntscheidungsträgerInnen
"Erstens weist die HOSI Linz als die Lesben- und Schwulenbewegung in Oberösterreich vorsorglich darauf hin, dass kein Unterschied zwischen dem Küssen zweier Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts zu machen ist", mahnen die Vereinssprecher Schmied und Friedinger.
"Zweitens sollten sich die EntscheidungsträgerInnen im Kussverbot fortbilden, um mit dem zeitgenössischen Stand der Human- und Gesellschaftsforschung vertrauter zu werden. Ein Bild der Sexualität, das auf sexuelle Akte an sich beschränkt ist und die Eingebundenheit in den sozialen Zusammenhang ausblendet, ist heute nicht mehr vertretbar, sondern wissenschaftlich und gesellschaftlich reaktionär", kritisiert Edith Schmied.
"Drittens erinnert das für das Kussverbot vorgebrachte Argument, es müsse Missbrauch verhindert werden, an die in engstirnigen Kreisen bewusst praktizierte Taktik der Verbindung von Homosexualität mit Sexualdelikten. Wir verteufeln doch auch nicht alle AutofahrerInnen als Rowdys und verbieten das Autofahren nicht pauschal", zieht Gerhard Friedinger die Vergleiche.
"Viertens ist wohl eine Verbotslösung nicht das Gelbe vom Ei der pädagogischen Kunstfertigkeit. Das gilt selbst für den Fall, wo Küssen als Provokation eingesetzt statt als Experimentierfreude empfunden wird. Lassen wir doch tausend Blumen blühen und diskutieren wir auf Augenhöhe drüber!", fordern Schmied und Friedinger auf.
"Schließlich merken wir in Europa seit vielen Jahren eine eindeutige Tendenz zur Einschränkung sexueller Freiheitsrechte mit Hilfe des Strafrechts, ganz zu schweigen von der steten Verweigerung eines Rechtsstatus für lesbische und schwule Paare", stellen Vereinssprecher und Vereinsprecherin der HOSI Linz einhellig den größeren Zusammenhang her.








