HOSI Linz Presseaussendungen


Internationaler Frauentag 2009

06.03.2009 11:00



Internationaler Frauentag 2009:
Lesben immer noch stärker diskriminiert als heterosexuelle Frauen

HOSI Linz erneuert zum Internationalen Frauentag ihre Forderungen nach umgehender, wirksamer Gleichberechtigung und startet Postkartenaktion

Seit dreißig Jahren gibt es jetzt in Österreich eine Lesben- und Schwulenbewegung, und dennoch hat sich in dieser Zeit relativ wenig geändert, was die gesellschaftliche Situation lesbischer Frauen angeht.

Unverändert erneuert die HOSI Linz daher aus Anlass des Internationalen Frauentags 2009 ihre frauen-/lesbenpolitischen Forderungen:

Akzeptanz lesbischer Sexualität als eine Form normalen sexuellen Erlebens!

Lesbische Frauen haben genauso ein Recht auf gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und auf Respekt vor ihrer Sexualität wie heterosexuelle Frauen. Insbesondere Gewalt gegen Frauen auf Grund Ihrer Sexualität lehnen wir entschieden ab. Hier ist die Gesellschaft ganz besonders gefordert, für ausreichenden Schutz und entsprechende Hilfe zu sorgen.

Unterstützung lesbischer Frauen in deren Autonomiebewegungen!

In einer modernen Gesellschaft muss es möglich sein, dass sich Frauen unabhängig und autonom Freiräume nach ihren eigenen Bedürfnissen gestalten können. Dies gilt gleichfalls und in höherem Ausmaß für lesbische Frauen. Die Gesellschaft, also die öffentliche Hand, ist aufgefordert, diese Bestrebungen nach Kräften zu unterstützen.

Gleichstellung lesbischer Lebensformen mit allen anderen Formen des Zusammenlebens!

Die Partnerinnenschaften von lesbischen Frauen müssen in Österreich endlich rechtlich anerkannt werden. Österreich ist in dieser Frage Schlusslicht in Europa, dabei sollte im Jahr 2009 eigentlich die Diskriminierung von Liebe längst schon Geschichte sein. Wir fordern daher umgehend ein PartnerInnenschaftsgesetz, das lesbischen Partnerinnenschaften endlich den gleichen rechtlichen Schutz gewährt wie die Ehe!

Keine Diskriminierung lesbischer Familien

Auch Mutter & Mutter & Kind(er) sind eine Familie und bedürfen des gleichen Schutzes und der gleichen Förderung durch das Familienrecht wie heterosexuelle Familien. Bereits jetzt werden in zahlreichen lesbischen Beziehungen Kinder großgezogen - es ist diesen Kindern und ihren Müttern nur fair gegenüber, dass sie vom Gesetz nicht schlechter behandelt werden. Es muss endlich Schluss sein mit Kindern 2. Klasse!

Keine Doppeldiskriminierung für Lesben am Arbeitsplatz!

Am Arbeitsplatz sind Frauen immer noch diskriminiert. Die Frauenerwerbsquote beträgt in Oberösterreich 65 %, aber nur 53 % der berufstätigen Frauen haben einen Vollzeitarbeitsplatz. Teilzeitarbeit erhöht die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern, ist selten Existenz sichernd und führt zu Altersarmut. Frauen machen daher auch in weit geringerem Ausmaß innerbetriebliche Karriere als Männer und stoßen erst recht schnell an die „gläserne Decke", wenn sie lesbisch sind. Betriebliche Förderungen und Aufträge durch die öffentliche Hand sind daher an ein funktionierendes Modell eines Diversity Management zu koppeln

Schutz vor Mobbing und Kündigungen von Frauen auf Grund ihres Lesbisch-Seins!

Allen Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsgesetzen zum Trotz sind lesbische Frauen immer noch in höherem Ausmaß von Diskriminierung, Mobbing und schließlich Kündigungen betroffen als heterosexuelle, sobald ihre sexuelle Orientierung im Betrieb bekannt wird. Dies ist einer offenen und verständigen Gesellschaft unwürdig. Hier sind Kammern, Gewerkschaften und Betriebsräte gefordert, entsprechende Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten und lesbische Arbeitnehmerinnen entsprechend zu schützen.

Postkartenaktion

Aktivistinnen der HOSI Linz werden daher in den kommenden Tagen in Linz Postkarten verteilen, die auf die immer noch bestehende Diskriminierung lesbischer Frauen und diese Forderungen der HOSI Linz hinweisen sollen

Linz, 06.03.2009
Gez. Der Vorstand der HOSI Linz

Postkarten-Download:
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Quellennachweis/alle Rechte: HOSI Linz

Rückfragehinweis:
Für allfällige Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Linzer Telefonnummer 0732/609898 (Frau Gasperl Anita) oder über E-Mail office@hosilinz.at jederzeit gerne zur Verfügung.



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