HOSI Linz Presseaussendungen
HOSI Linz zum Jahrestag zur Abschaffung des Totalverbots von Homosexualität:
08.07.2009 10:00Erneuerung
rechtspolitischer Forderungen
Denkwürdig - auch heute noch!
"Was
am 8. Juli 1971 unter einer Minderheitsregierung mit breiter parlamentarischer
Zustimmung erreicht worden ist, war zweifellos eine historische Leistung und
sucht heutzutage noch Ihresgleichen!", ist Gerhard Friedinger, Vereinssprecher der HOSI Linz, voll des Lobs.
Die
Abschaffung des totalen Verbots und der drakonischen Bestrafung
einvernehmlicher Sexualität unter erwachsenen Männern (§ 129 I lit. b StGB)
gelang jedoch nicht ohne Rückschläge. Als repressives strafrechtliches
Instrumentarium dienten fortan das Prostitutionsverbot (bis 1989), das die
Aids-Prävention erschwerte, das Werbungs- und das Vereinbildungsverbot (bis
1996), die der Homosexuellenbewegung das Leben schwer machten, und vor allem
die Mindestaltersbestimmung von 19 Jahren (bis 2002), obwohl für
Heterosexualität seit 1803 das Mindestalter von 14 Jahren galt.
Doch
damit noch nicht genug: "Der inoffizielle, aber hoch repressive
Nachfolgeparagraf 207b StGB ist in der Praxis eindeutig und einseitig gegen
Schwule gerichtet. Das ist faktisch keine Bestimmung gegen den sexuellen
Missbrauch Jugendlicher, davon gibt es genügend. Es ist vielmehr eine
diskriminierende Erschwerung homosexueller Liebe", kritisiert
Friedinger scharf die bis heute gültige Verbots- und Strafbestimmungen des §
207b StGB. "Die HOSI Linz
erneuert aus dem heutigen Anlass ihre Forderung nach ersatzloser Aufhebung des
so fragwürdigen wie unnötigen Paragrafen 207b des Strafgesetzes",
erklärt Friedinger.
Zudem
warten gleichgeschlechtliche Paare immer noch auf die längst fällige
gesetzliche Anerkennung und damit auf die rechtliche Absicherung ihrer
PartnerInnenschaften. „Da ist Österreich mittlerweile Schlusslicht unter den
westeuropäischen Staaten - ja sogar in vielen osteuropäischen Ländern gibt es
mittlerweile zumindest einigermaßen Rechtssicherheit. Bundesregierung
und Nationalrat sollen sich daher an 1971 ein Beispiel nehmen und endlich eine
fortschrittliche, menschenwürdige und gerechte Gesetzesregelung zur rechtlichen
und sozialen Absicherung vorsehen. Wir warten gespannt auf den 1. Jänner 2010
als erste Möglichkeit zur Verpartnerung, aber wir sind aus Erfahrung klug und daher
skeptisch. Daher bestehen wird auf einer raschen, vor allem aber guten Regelung
gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften", macht Friedinger
entsprechend Druck.
Für die HOSI Linz
gez. Stefanie Niedl,
Vereinssprecherin
gez. Gerhard Friedinger, Vereinssprecher
Linz, den 08.07.2009








