HOSI Linz Presseaussendungen
Eintragung am Standesamt ist auch ÖVP-BürgermeisterInnen zumutbar
04.11.2009 09:00
HOSI Linz über die Haltung von Bundesministerin
Heinisch-Hosek erfreut, will aber PartnerInnenschaftsgesetz erst nach Vorliegen
des tatsächlichen Wortlauts abschließend beurteilen.
„Erfreulich
ist, dass sich Bundesministerin Heinisch-Hosek gegenüber den Wünschen der ÖVP
standhaft zeigt", erklärt Vereinssprecher Gerhard Friedinger. „Wir haben
Heinisch-Hosek auch extra darum gebeten, denn was wir nicht brauchen, ist ein
PartnerInnenschaftsgesetz, dass sich als ein reiner Pflichtenkatalog ohne
dazugehörige Rechte erweist. Bedauerlicher Weise hält das Justizministerium
weitestgehend an dem von uns seinerzeit stark kritisierten Entwurf aus 2008
fest. Umso wichtiger ist uns, dass Bundesministerin Heinisch-Hosek sich jetzt
dafür stark macht, dass das Gesetz auch jene Rechtsbereiche umfasst, für die
andere Ministerien zuständig sind, sowie dafür, dass die Eintragung dort
erfolgen kann, wo sie auch hingehört, nämlich am Standesamt."
Die HOSI Linz hoffe jedenfalls darauf, dass die mit der
Ausarbeitung des Gesetzesentwurfs beauftragten BeamtInnen die Kritik der
Lesben- und Schwulenorganisationen am seinerzeitigen, unter Justizministerin
Berger vorgelegten Entwurf, berücksichtigen und den „Berger-Entwurf", der ja
Grundlage des jetzigen Entwurfs zu sein scheint, dementsprechend abgeändert
vorlegen. „Leider wurde verabsäumt, mit den Betroffenen direkt zu sprechen.
Wenn unsere Wünsche und Anregungen berücksichtigt worden sind, soll es uns
recht sein, aber ich bin doch skeptisch, dass dem so ist", so
Friedinger. „Dass man die, für die dieses Gesetz gemacht wird, nicht
einbezieht, ist mir jedenfalls unverständlich. Eine solche Vorgehensweise
ist aus Sicht der HOSI Linz
bedauerlich. Wir werden halt nun abwarten müssen, bis der genaue Gesetzestext
vorliegt und erst dann können wir beurteilen, was dieses Gesetz taugt. Ich
hoffe nur, dass sich die eigenartigen Vorstellungen über gleichgeschlechtliche
PartnerInnenschaften, von denen die ÖVP offensichtlich geplagt wird, nicht wieder
einmal mehr in Paragrafen gegossen werden. Da ruht unsere letzte Hoffnung jetzt
einfach bei der SPÖ!"
Friedinger
appelliert daher noch einmal an Ministerin Heinisch-Hosek, nicht nachzugeben
und für ein zeitgemäßes Gesetz zu sorgen, dass den Bedürfnisse derer, deren
Lebenssituation in Zukunft dadurch maßgeblich geregelt werden soll, mit Respekt
und Ernsthaftigkeit begegnet. „Es ist auch den ÖVP-Bürgermeistern von Grein,
Grieskirchen und Gramastetten - und allen anderen auch - durchaus zumutbar,
dass Lesben und Schwule, die in deren Gemeinde Steuern zahlen und am
Gemeindeleben teilnehmen, auch in deren Gemeindeämtern amtlich bekunden können,
dass sie füreinander Verantwortung übernehmen wollen. Alles andere wäre eine
billige Farce, die wir so nicht hinnehmen könnten. Der ÖVP können wir nur noch
ausrichten, die Ergebnisse ihrer eigenen Perspektivengruppe endlich so ernst zu
nehmen, wie es von Vizekanzler Pröll seinerzeit angekündigt wurde", so
Friedinger abschließend.
Für die HOSI Linz
gez. Stefanie Niedl,
Vereinssprecherin
gez. Gerhard Friedinger,
Vereinssprecher
Linz,
den 04.11.2009








