HOSI Linz Presseaussendungen
Wer hat in der ÖVP das Sagen?
17.11.2009 12:00
LebenspartnerInnenschaftsgesetz ist gesetzlich festgelegte Apartheid!
Die ÖVP ist offenbar in Geiselhaft einiger ihrer BürgermeisterInnen
und der Bischofskonferenz.
"Dieses
PartnerInnenschaftsgesetz haben wir jedenfalls nicht gewollt", erklärt HOSI Linz-Vereinssprecher Gerhard Friedinger. "Dieses Gesetz ist nichts anderes als eine
gesetzlich geregelte Diskriminierung. Der ÖVP geht es offenbar nur um
demütigende Gemeinheiten für Lesben und Schwule: Für die LebenspartnerInnenschaften
von Lesben und Schwulen tut's auch ein Kopierkammerl in einer
Bezirkshauptmannschaft", ist Friedinger erbost. Die Ausrede, dass
die Bürgermeister am Land das nicht wollten, lässt er nicht gelten: „Die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher
Partnerschaften ist in ländlichen Regionen genauso vorhanden, wie gerade die
diese Woche im Profil veröffentlichte Studie von Karmasin Motivforschung sehr
anschaulich beweist. Und wenn es keine Ausrede ist, dann frage ich mich, wer
hat in der ÖVP das Sagen? Es kann ja wohl nicht sein, dass eine Handvoll
BürgermeisterInnen und die Bischofskonferenz eine ganze Partei in Geiselhaft
nehmen können und die Bundesregierung gleich mit dazu!"
Friedinger erinnert noch
einmal daran, dass es stets Ziel der HOSI Linz
war, ein zeitgemäßes Gesetz zu bekommen, dass den Bedürfnisse derer, deren
Lebenssituation in Zukunft dadurch maßgeblich geregelt werden soll, mit Respekt
und Ernsthaftigkeit begegnet. „Es ist
auch den ÖVP-Bürgermeistern von Grein, Grieskirchen und Gramastetten - und
allen anderen auch - durchaus zumutbar, dass Lesben und Schwule, die in deren
Gemeinde Steuern zahlen und am Gemeindeleben teilnehmen, auch in deren
Gemeindeämtern amtlich bekunden können, dass sie für einander Verantwortung
übernehmen wollen. Was uns da von der ÖVP zugestanden wurde, ist nicht mehr als
in Gesetz gegossene Apartheid. Lesben und Schwule sollen sich ruhig weiter als
Menschen zweiter Klasse fühlen - das ist einfach unerträglich! Mit
geifernden Boshaftigkeit wurde konsequent negiert, was für einen geistig
beschränkten katholisch-fundamentalistischen Kreis nicht sein darf",
so Friedinger, der damit auch Kritik an der SPÖ übt. "Dass die SPÖ wieder einmal vor der ÖVP und
insbesondere vor der Betonfraktion rund um Innenministerin Fekter - wie auch
schon in der ganzen Frage des Fremdenrechts - in die Knie gegangen
ist, ist einmal mehr enttäuschend", so Friedinger
abschließend.
Für die HOSI Linz
gez. Stefanie Niedl,
Vereinssprecherin
gez. Gerhard Friedinger,
Vereinssprecher





