HOSI Linz Presseaussendungen
HOSI Linz lädt zur 10. G.A.L.A.-Verleihung
10.12.2009 20:00
G.A.L.A.
2009
Die
Nominierungen
Im Rahmen einer
feierlichen Zeremonie am 12.12.2009 ab 20 Uhr im HOSI-Zentrum in Linz wird heuer
- bereits zum 10. Mal - der Gay And Lesbian Award (G.A.L.A.) der HOSI Linz
verliehen.
Der Preis ist für
besondere Verdienste um die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der
Lesben und Schwulen in Österreich sowie den Abbau von Vorurteilen und
Diskriminierung und wird aus Mitteln der HOSI Linz dotiert und wird auch in Form
einer goldenen Anstecknadel und einer Urkunde verliehen.
Nominiert für den G.A.L.A. 2009
sind:
- Barbara Reumüller, identities, Wien
- Patrick Antal, RosaLila PantherInnen, Graz
- IBM Österreich, Wien
- Mag. Johannes Wahala, Courage, Wien
- GRin Edith Schmied, Grüne Andersrum OÖ, Linz
- Yavuz Kurtulmus, stellvertretend für den Verein & die Zeitschrift "MiGaY", Wien
- Ulrike Lunacek, Grüne Andersrum, Wien
- Dr. Helmut Graupner, RKL, Wien
- Günter Tolar, Autor, Bundesvorsitzender SoHo, Wien
- Alison Brown, Autonomes Frauenzentrum Linz
- Karl M. Sibelius, Schauspieler, Linz
- Dr. Rainer Bartel, Universitätslektor, HOSI Linz
- Kurt Krickler, HOSI Wien
Jurymitglieder 2009 waren:
- Stefanie Niedl (Homosexuelle Initiative Linz), Juryvorsitz
- Gerhard Friedinger (Homosexuelle Initiative Linz / Sozialdemokratie & Homosexualität OÖ), Juryvorsitz
- Ewald Widi (GayCopsAustria), Preisträger 2007
- Helga Ratzenböck (after aids), Peisträgerin 2006
- Marco Schreuder (Grüne Andersrum Wien)
Bisherige PreisträgerInnen waren:
- 2000: Helga Pankratz, Aktivistin und Vorstandsmitglied der HOSI Wien, Wien
- 2001: Dr. Helmut Graupner, Rechtsanwalt, Präsident des Rechtskomitees Lambda, Wien
- 2002: Gertrude Kopf, langjährige Vorsitzende des Katholischen Familienwerks OÖ, Linz
- 2003: Barbara Reumüller, Leiterin des lesbisch-schwulen Filmfestivals „identities", Wien
- 2004: Mag.a Elisabeth Vormayr und die SchülerInnen des Ethiklehrganges der HBLA Landwiedstraße, Linz
- 2005: Albert Knoll, Historiker an der NS-Gedenkstätte Dachau, München
- 2006: DSA Helga Ratzenböck, Obfrau des Vereins „After AIDS", Linz
- 2007: Ewald Widi (GayCopsAustria), Wien
- 2008: Hans Peter Weingand, Rosa Lila PantherInnen, Graz
Mehr Infos
untenstehend!!!!
VertreterInnen der Medien
sind herzlich eingeladen. Über eine Terminankündigung bzw. eine
Berichterstattung würden wir uns sehr freuen.
Für
die HOSI Linz
gez.
Stefanie Niedl, Vereinssprecherin
gez. Gerhard Friedinger,
Vereinssprecher
Die bisherigen PreisträgerInnen in deren
Jurybegründungen:
2000: Helga Pankratz,
Aktivistin und
Vorstandsmitglied der HOSI Wien, Wien
Helga Pankratz ist
eine Aktivistin der ersten Stunde. Ihr Engagement geht auf die Frauenbewegung
der siebziger Jahre zurück. In der HOSI Wien gründete sie die Lesbengruppe zu
einer Zeit, wo es noch nicht einfach war, mit schwulen Aktivisten zusammen zu
arbeiten. Noch heute ist Helga in ihren ehrenamtlichen, oft unbedankten
Tätigkeiten unermüdlich, initiativ und innovativ. In ihrer Person spannt sich
der Bogen von den Anfängen bis zur Gegenwart, ja sogar in die Zukunft der
Lesben- und Schwulenbewegung hinein, greift sie doch immer wieder Neues auf und
bringt ihre Projekte auf einen soliden Entwicklungspfad. Helga wirkt nicht nur
Generationen übergreifend, sondern auch integrativ zwischen Männern und Frauen,
zwischen In- und Ausland. Schließlich ist es ihr gelungen, Lesben und Schwule,
jung und alt zu einer gemeinsam getragenen Bewegung zusammen zu schweißen.
Gerade im Umgang mit Jugendlichen brilliert Helga mit ihrer
Motivationsfähigkeit. Sie ermutigt junge Lesben und Schwule zum Coming-out,
vermag in ihnen Begeisterung zu wecken und bindet sie in sozial kompetenter
Weise in die Bewegung ein. Durch die Schaffung von Freizeitangeboten außerhalb
der kommerziellen Szene schafft Helga Strukturen, die vielen Lesben und Schwulen
eine emotionale Heimat bieten und sozialen Zusammenhalt in der lesBiSchwulen
Community bewirken. Ihr überregionales Engagement erstreckt sich etwa mit der
Initiative Rainbow Sports auf ganz Österreich und mit ihrer Zusammenarbeit mit
der International Lesbian and Gay Association auf zahlreiche Länder. Nicht
zuletzt ihre Bescheidenheit, mit der sie stets im Hintergrund wirkt, und ihre
Selbstlosigkeit, mit der sie ihre Aktivitäten unter hohem zeitlichen und
materiellen Einsatz setzt, machen Helga Pankratz zu einem Vorbild in der Lesben-
und Schwulenbewegung Österreichs und zu einer würdigen Preisträgerin des Gay and
Lesbian Award.
2001: Dr. Helmut Graupner,
Rechtsanwalt, Präsident des Rechtskomitees Lambda,
Wien
Dr. Helmut Graupner
trägt wesentlich dazu bei, Lesben und Schwule in juristischer Hinsicht zu
bilden: Er informiert sie über ihre Rechte und schärft ihr rechtliches
Bewusstsein. Hervorzuheben sind dabei des Preisträgers exzellente und
umfangreiche Broschüren ("Homosexualität und Strafrecht in Österreich", "Keine
Liebe zweiter Klasse - Gleichgeschlechtliche Partnerschaften"). Die Opfer der
menschenrechtswidrigen Gesetzgebung in Österreich vertritt er vor Gericht in
vorbildlicher Weise, indem er sich dort konsequent und erfolgreich für seine
Klienten einsetzt.
Mit den
Informationen und Anliegen, die er in der Öffentlichkeit sowie gegenüber Medien
gekonnt präsentiert, leistet Helmut Graupner auch einen wesentlichen Beitrag zur
Meinungsbildung von PolitikerInnen. Zudem initiiert er wichtige und hilfreiche
Projekte wie "Recht beweglich".
Durch seine Arbeit
in der Bewegung bringt Helmut Graupner außerdem essenzielle juristische
Entwicklungen in Gang und achtet darauf, wohin diese führen. Ebenso betreibt der
Preisträger wertvolle Bewusstseinsbildung bei seinen KollegInnen im juristischen
Bereich. In mehrfacher Hinsicht wirkt Helmut Graupner also bedeutend an der
hoffentlich bald bevorstehenden Abschaffung des § 209 StGB mit.
Als Rechtsanwalt und
Aktivist tut er somit alles, was ein engagierter Jurist überhaupt tun kann. Aus
diesen Gründen ist Dr. Helmut Graupner ein würdiger Preisträger des Gay and
Lesbian Award (G.A.L.A.).
2002: Gertrude Kopf,
langjährige Vorsitzende des Katholischen
Familienwerks OÖ, Linz
Die G.A.L.A. Jury
möchte durch die Verleihung des Preises an Gertrude Kopf zeigen, dass es über
den eigentlichen Bereich der lesBiSchwulen Gemeinschaft hinaus Personen gibt,
die sich uneigennützig und aus ihrem ureigensten Verständnis für Menschenwürde,
für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzen.
Frau Kopf hat sich
seit Jahren im katholischen Familienwerk der Diözese Linz für die Anliegen der
gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen eingesetzt. Unter großem persönlichen
Einsatz hat sie nun eine Broschüre initiiert, die im kirchlichen Bereich
aufgelegt wird und seelsorgliche Unterstützung auf ökumenischer Basis anbietet.
Trotz erheblichem Widerstand von konservativer kirchlicher Seite und längerer
Verzögerung ist es ihr dennoch gelungen sich
durchzusetzen.
Zu diesem
persönlichen Mut gratuliert die Jury Frau Kopf auf das herzlichste und ersucht
sie, in dem von ihr eingeschlagenem Weg unbeirrt
fortzufahren.
2003: Barbara Reumüller,
Leiterin des
lesbisch-schwulen Filmfestivals „identities", Wien
Die GALA-Jury
anerkennt durch die Verleihung des Preises die langjährige Arbeit von Barbara
Reumüller und setzt so gleichzeitig ein Zeichen, damit das von ihr in Leben
gerufene "queer identities" als einziges LesBiSchwules Filmfestival Österreichs
fortgesetzt wird, damit es noch weiter - vor allem bundesweit - bekannt wird und
damit es auch stärker zu einer Ausbreitung von "queer
identities"-Veranstaltungen in allen Bundesländern kommt.
Barbara Reumüller
sorgt seit vielen Jahren dafür, dass zahlreiche aktuelle "queer" Filme -
darunter bedeutende internationale Produktionen - nach Österreich kommen und
einem breiten Publikum zur Verfügung stehen. Sie achtet bei der Filmauswahl
immer auf eine gute Ausgewogenheit zwischen Filmen für Lesben, Schwule,
Bisexuelle und TransGender-Personen. Barbara Reumüller zeigt daneben immer auch
kontroversielle oder "politische" Filme, die zur Diskussion anregen.
Schlussendlich
schafft sie es mit ihrer engagierten Präsentation des Festivals und
seiner Filme, sei es mit den lange vor dem Festival aufliegenden
Programmheften, aber vor allem auch mit ihren legendären Moderationen, nicht nur
dem LesBiSchwulen Publikum Lust auf "queer identities" und seine Filme zu
machen. Damit trägt sie auch dazu bei, dass das Selbstbewusstsein zahlreicher
Lesben, Schwuler, Bisexueller und TransGender-Personen gebildet und weiter
gefördert wird.
2004: Mag. Elisabeth Vormayr
und die
SchülerInnen des Ethiklehrganges der HBLA Landwiedstraße, Linz
Frau Mag.a Elisabeth Vormayr hat für die Ideen ihrer SchülerInnen auf
pädagogisch vorbildliche Weise den Weg zur Umsetzung geebnet. Das daraus
entstandene Projekt homo@diskriminierung.is.org wendet sich außerordentlich
engagiert gegen Diskriminierung und Vorurteile. Mutig, ohne Berührungsängste
haben sich die SchülerInnen des kontroversen Themas Homosexualität angenommen,
haben sich selbst, vielen Lesben, Schwulen und Heterosexuellen gezielte Fragen
gestellt und dadurch viele Menschen zum Zuhören und Nachdenken gebracht. Auf der
Projekt-Homepage wirkt dieser Prozess des sozialen Lernens weiter und mag
Beispiel gebend immer weitere Kreise ziehen. Frau Mag.a Vormayr hofft, der
Gesellschaft den Impuls gegeben zu haben, „von der Ignoranz über Toleranz zur
Akzeptanz zu kommen". Die Jury teilt diese Hoffnung und wünscht, dass die von
Frau Mag.a Vormayr und ihren SchülerInnen in Gang gebrachte Auseinandersetzung
in Schule und Gesellschaft zu Nachahmung und mehr Offenheit im Umgang
miteinander anregt.
2005: Albert Knoll,
Historiker an der
NS-Gedenkstätte Dachau, München
Albert
Knoll ist Historiker, der seit Jahren die Verfolgung von Lesben und Schwulen in
Oberösterreich während des Austrofaschismus und besonders in der Nazizeit
erforscht und dokumentiert. Mit dieser Arbeit geht er über sein übliches
berufliches Betätigungsfeld hinaus.
Albert
Knoll betreibt die in Oberösterreich lange vernachlässigte, aber dringend nötige
solide Grundlagenforschung. Anhand harter Fakten belegt er persönliche
Schicksale und gibt den Opfern ein Gesicht. Damit wirkt er einer Verharmlosung
der Gräuel entgegen und trägt entscheidend dazu bei, derartige
Unmenschlichkeiten und Verbrechen künftig zu verhindern.
Albert
Knoll verhilft uns in Oberösterreich zu einem besseren gesellschaftlichen Zugang
und ist - gerade im Gedenk- und Gedankenjahr 2005 - ein würdiger
Preisträger.
2006:
Helga
Ratzenböck,
Obfrau des
Vereins After AIDS; Linz
Vor den Vorhang!
Helga Ratzenböck wirkt und bewirkt viel. Sie arbeitet nicht nur für die
Menschen, sondern vor allem auch mit den Menschen. Ihre Leistung heißt
Zusammenbringen von Menschen. Sie wirkt als Integrationsfigur über mehrere
Szenen hinweg: homo- und heterosexuell, Prostituierte, HIV-negativ und -positiv,
InländerInnen und AusländerInnen. Als heterosexuelle Frau engagiert sie sich wie
selbstverständlich für gerechte Lebensbedingungen für Lesben und Schwule,
Bisexuelle und TransGender-Personen, war sie doch auch die einzige
nicht-homosexuelle Person im Vorstand der HOSI
Linz. Viele sind von ihrer Arbeit für Diskriminierte
begeistert, viele schätzen ihren Rat und Beistand in persönlichen Krisen. Sie
stärkt ihnen den Rücken, gerade wenn sie es am nötigsten brauchen. Dafür wird
sie geachtet und geliebt, doch hält sie ihre Person stets im Hintergrund. Sie
ist ein Musterbeispiel an Selbstlosigkeit. Die Jury will ihr persönliches
Beispiel, nämlich das vielfältige Engagement für Gerechtigkeit und Akzeptanz für
alle Menschen, auch unbeschadet deren sexueller Orientierung oder Identität,
einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Wir bitten Helga Ratzenböck daher vor
den Vorhang, um ihr zu danken, zu gratulieren und sie zu bitten, auch weiterhin
so engagiert für Menschlichkeit und speziell die rechtliche und
gesellschaftliche Gleichstellung für Lesben und Schwule einzutreten.
2007: Ewald Widi
Initiative
Gaycops Austria
Ewald Widi hat die
Gruppe „Gay Cops Austria - Lesben und Schwule in der Polizei" gegründet. Er hat
damit einen beispielhaften Beitrag zur Sichtbarkeit und Akzeptanz von Lesben und
Schwulen in der Berufsgruppe der österreichischen Polizei geleistet. Ewald Widi
und die Gay Cops bieten eine österreichweite Plattform, wo sich lesbische
Polizistinnen und schwule Polizisten austauschen und gegenseitig stärken können.
Die Würdigung seines öffentlichen Engagements und seines Projekts soll der
Bevölkerung vor Augen führen, dass Lesben und Schwule in jeder Berufsgruppe
vertreten sind. Diese Sichtbarkeit fördert einen sensibilisierten Umgang von
PolizeibeamtInnen mit Lesben und Schwulen und stärkt umgekehrt deren Vertrauen
in die Polizei. Ganz besonders herausstreichen wollen wir den Mut, den Ewald
Widi mit seinem couragierten Auftreten in einer exponierten Position immer
wieder beweist. Möge sein Projekt auch weiterhin von Erfolg begleitet sein und
in anderen Organisationen und Berufsgruppen Nachahmung finden.
2008: Hans-Peter
Weingand
Aktivist
der RosaLila PantherInnen Graz, Historiker und Journalist
Als
Mitbegründer der Rosalila PantherInnen Steiermark und der Zeitschrift
„Buschtrommel" sorgte Hans-Peter Weingand schon Anfang der 90er Jahre für einen
erfolgreichen Neustart der Lesben- und Schwulenbewegung in der Steiermark. Immer
wieder verblüfft er als profunder Kenner der Lesben- und Schwulengeschichte und
als Detailkenner der Szene und Bewegung in Österreich. Darüber hinaus
beeindruckt Hans-Peter Weingand als Autor und Mitautor wissenschaftlicher
Abhandlungen über die Lebenswelt von Lesben und Schwulen. Legendär sind
Weingands kulturhistorische Stadtführungen mit ihren zahlreichen Bezügen auf das
Leben von Lesben und Schwulen in Graz. Auch auf Bundesebene zeichnet sich
Hans-Peter Weingand durch seine genauen Kenntnisse der Szenen, seine
gesellschaftspolitische Über- und Weitsicht und sein integratives Wirken in der
Bewegung aus. Er leistet so manchen konstruktiven Beitrag in Richtung einer
wirksamen Politik für mehr Gerechtigkeit. Dabei bezieht er auch andere
Initiativen und Netzwerke wie etwa die Opferverbände in die gemeinsamen
Bemühungen ein. Durch sein Vorbild und seine Unterstützung gelingt es Hans-Peter
Weingand, die Jugend für ein Engagement in der Bewegung zu begeistern.
Aufklärung, Information und Dialog sind ihm bei seiner erfolgreichen
ehrenamtlichen Arbeit ganz zentral. Die Jury weiß, dass sie in der gebotenen
Kürze keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Leistungen Hans-Peter Weingands
erheben kann. Wir freuen uns auf weitere Impulse seiner Arbeit für die
rechtliche und soziale Gleichstellung der Lesben und Schwulen in
Österreich.








