HOSI Linz Presseaussendungen


CSD 2011: Es ist noch nicht genug!

28.06.2011



HOSI Linz sieht anlässlich des CSD noch viel Handlungsbedarf

Heute gedenken weltweit Millionen Lesben, Schwule, Bisexuelle und TransGender-Personen des Christopher Street Day (CSD).

Der CSD erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homo- und Transsexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village.

In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der so genannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum. Es kam in der Folge zu Tage langen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Seitdem wird in New York am letzten Samstag des Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben abzuhalten. Während in Wien die Gay Pride Week bereits vor zwei Wochen mit der traditionellen Regenbogenparade ihren Abschluss gefunden hat, begeht Linz den CSD am 2. Juli mit einem Straßenfest in der Fabrikstraße.

Für den Vereinssprecher der HOSI Linz ist der CSD aber nicht nur ein Grund zu feiern. „Für uns ist der CSD auch ein Anlass, uns daran zu erinnern, dass es noch vieles zu tun gibt. Gewiss, in den letzten Jahren ist vieles erreicht worden - denken wir nur an die Abschaffung des § 209 StGB oder an die Einführung des Partnerschaftsgesetzes. Dennoch bleibt noch genug zu tun," so Gernot Wartner. „Das Partnerschaftsgesetz ist immer noch von diskriminierenden Bestimmungen durchsetzt, die vor allem den ideologischen Ängsten und Vorurteilen der ÖVP geschuldet sind. Gleiches merken wir bei der Umsetzung des Partnerschaftsgesetzes in das oberösterreichische Landesrecht, wo bis jetzt nur das absolut notwendige Minimum beabsichtigt ist. Aber auch die Diskriminierung am Arbeitsplatz, vor der in Österreich Lesben und Schwule nur halbherzig geschützt werden, ist nach wie vor ein breites Handlungsfeld." Wartner nennt auch den fehlenden Schutz vor Verhetzung, den die Bundesregierung erst im Jänner dieses Jahres wieder aus der Regierungsvorlage gestrichen hat, als ein weiteres Problem, ebenso die immer noch umstrittenen Fragen der Adoption und der künstlichen Fortpflanzung.

„Legistisch ist bereits vieles erreicht, manches sicher aber noch offen. Handlungsbedarf ist aber vor allen dort gegeben, wo sich homophobes Gedankengut breit macht. Mobbing von Schwulen und Lesben ist immer noch verbreitet - sei es am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld oder in Freizeiteinrichtungen. Da gibt es noch etliches zu tun, um mehr Toleranz und Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Heute kämpfen wir nicht mehr auf den Straßen, sondern feiern dort, aber der Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Da liegt noch ein schönes Stück Weg vor uns bis hin zu einer Gesellschaft, an der alle Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung gleichberechtigt teilhaben können. Insofern ist der CSD auch heute noch ein Tag des Kampfes und für die HOSI Linz ein Auftrag," so Wartner abschließend.

Die HOSI Linz lädt alle OberösterreicherInnen ein, mit der oberösterreichischen Community am 02.07.2011 ab 15 Uhr in der Linzer Fabrikstraße/Ecke Kaisergasse den Christopher Street Day 2011 zu feiern!

Für die HOSI Linz

gez. Gernot Wartner, Vereinssprecher

 

Linz, den 28.06.2011

 






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