Affenpocken

Vorbeugende Impfung ab sofort erhältlich

Die vorbeugende Impfung wird derzeit nur Männern mit häufig wechselnden Sexualpartnern empfohlen. Die Impfung für die breitere Bevölkerung ist weder empfohlen noch vorgesehen. Aktuell kann man sich auf der Hautambulanz des Kepler Uniklinikums Linz sowie auf der der Ambulanz des Instituts für Hygiene am Klinikum Wels-Grieskirchen vorbeugend gegen Affenpocken impfen lassen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

Anmeldung am Kepler Uniklinikum von Mo-Fr von 8.00 bis 13.00 Uhr unter 05 7680 83 – 4120 oder unter dermatologie@kepleruniklinikum.at

Anmeldung Klinikum Wels-Grieskirchen unter Angabe der Kontaktdaten unter mikrobiologie@klinikum-wegr.at

Auszug aus PRIDE Nr. 190/Oktober 2022

Interview mit OA Mag. Dr. Matthias Skocic vom Kepler Uniklinikum zum Thema Affenpocken.

Lieber Matthias, die Affenpocken breiten sich seit Anfang Mai in Europa aus und betreffen ja großteils Männer, die Sex mit Männern haben. Wie viele Personen habt ihr im Kepler Uniklinikum bereits behandelt und mit welchen Symptomen sind diese zu euch gekommen?

Bis dato haben wir am Kepler Uniklinikum nur fünf bestätigte Fälle gesehen. Vermutlich wird diese Zahl aber bald steigen. Symptome sind meist allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen sowie meist danach auftretend Hautläsionen insbesondere im Genital- und Analbereich sowie vereinzelt an den Extremitäten und im Gesicht.

Wie behandelt ihr eine Affenpockeninfektion?

Leider ist derzeit keine kausale, also direkt den Erreger bekämpfende Therapie gegen die Affenpocken verfügbar. Wir empfehlen Allgemeinmaßnahmen wie Bettruhe und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

Woran bemerkt man eigentlich eine Infektion mit Affenpocken und wie verläuft diese?

1-2 Wochen nach Ansteckung kommt es zunächst zu Allgemeinsymptomen mit Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen sowie geschwollenen Lymphknoten (können aber auch ausbleiben) und danach zu Hauterscheinungen wie Flecken, Bläschen oder Pusteln. Letztere können brennen oder auch schmerzhaft sein.

Wie steckt man sich mit Affenpocken an und wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

In der aktuellen Epidemie kommt es im Allgemeinen durch längeren Haut-zu-Haut-Kontakt zur Infektion, insbesondere bei Sexualkontakten bzw. bei gemeinsamer Verwendung von Sexspielzeugen. Zum Schutz (zumindest vor schweren Verläufen) gibt es eine vorbeugende Impfung. Ein Kondom bietet einen geringen zusätzlichen Schutz. Die gemeinsame
Ver­wendung von Sexspielzeugen sollte vermieden werden.

Was sollte man tun, wenn man den Verdacht hat, sich mit Affenpocken angesteckt zu haben?

Seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktieren.

Zurzeit steht ja nur eine beschränkte Anzahl an Impfdosen zur Verfügung.
Wer erhält diese?

Personen, die besonders exponiert sind, insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, sowie Personen, die einen gesicherten Kontakt mit einem Infizierten hatten.

Wie schaut das Impfschema bei der vorbeugenden Affenpockenimpfung aus?

Die Impfung wird bereits am Kepler Uni­klinium durchgeführt. Für die vorbeugende Impfung wird gemäß der WHO-Empfehlung 1/5 der Dosis intradermal verabreicht mit einer zweiten Dosis 28 Tage danach. Als postexpositionelle Prophylaxe (Impfung bis 14 Tage nach Risikokontakt) wird weiterhin die volle Dosis subkutan verabreicht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Text Erik Pfefferkorn