Frankreich zeigt wie’s geht: Blutspendeverbot aufheben!

Einmal mehr ruft das Rote Kreuz in den letzten Wochen zum Blutspenden auf; ein Mangel an Blutkonserven drohe. Gleichzeitig weigert sich das Rote Kreuz kategorisch, schwule Männer zur Blutspende zuzulassen. In Frankreich ist das anders – dort sind ab sofort auch schwule Männer willkommen.

Mit dem heutigen Tag dürfen französische Männer, die mit anderen Männern Sex hatten, uneingeschränkt Blut für andere Personen spenden. Bisher war vor dem Blutspenden eine viermonatige Abstinenz notwendig. Diese Vorschrift wurde jetzt aber gestrichen.

Der Fragebogen zur Blutspende wurde überarbeitet. Die sexuelle Orientierung der Spender*innen wird nicht mehr abgefragt. Stattdessen werden allgemeine Ausschlusskriterien beziehungsweise riskante Praktiken erfasst – etwa, ob man in den letzten vier Monaten mit mehr als eine*r Partner*in Geschlechtsverkehr hatte oder ob man Drogen konsumiert. Felder wie “Hatten Sie in den letzten 4 Monaten Sex mit einem männlichen Partner” wurden komplett gestrichen.

Nicht so in Österreich – da weigert sich das Rote Kreuz beharrlich das Blutspendeverbot abzuschaffen. So sind Homosexuelle, Bisexuelle und Transpersonen zum Blutspenden nach wie vor nicht zugelassen, sofern sie in den letzten zwölf Monaten Sex mit Männern hatten. Mit Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm hat sich nun erstmals auch ein ÖVP-Regierungsmitglied für ein Ende der bestehenden Diskriminierung beim Blutspenden ausgesprochen.

Im Dezember 2020 hatte im Gesundheitsausschuss des Nationalrats ein Hearing zum Blutspendeverbot stattgefunden, bei dem sich medizinische Expert*innen für ein rasches Ende der diskriminierenden Praxis aussprachen.

Im Gesundheitsministerium wurde darauf eine eigene Kommission eingerichtet, die sich für eine Verkürzung der Rückstellungsfrist von zwölf auf vier Monate aussprach. Umgesetzt wurde das allerdings nicht. SPÖ und NEOS machen sich seit Jahren für ein Ende der Diskriminierung beim Blutspenden stark.

„Was in Frankreich Recht ist, sollte für Österreich ja wohl auch billig sein“, so der Vereinssprecher der HOSI Linz, Mag. Richard Steinmetz. „Das Rote Kreuz diskriminiert ohne Grund zehn Prozent der männlichen Bevölkerung mit fadenscheinigen Argumenten und blockiert jede Verbesserung aus rein reaktionären, ideologischen Gründen. Wir fordern mit Bundeminister Rauch nun schon den dritten Gesundheitsminister der Grünen auf, sich nicht weiter vom Roten Kreuz in Geiselhaft nehmen zu lassen. Schwules Blut ist genauso gut!“

gez. Mag. Richard Steinmetz
Vereinssprecher der HOSI Linz
Linz, 21.03.2022