Uganda versinkt in Homophobie – und steckt andere an

Uganda

HOSI Linz fordert Außenministerium zum Handeln auf!

Linz (HOSI): Die HOSI Linz unterstützte schon immer Solidaritätsaktionen – von Sotschi bis Uganda und weit darüber hinaus: Zum einen aus internationaler Solidarität, zum anderen als Schutz vor dem Überschwappen zu uns hierher. Eine beiläufige Äußerung des Außenministers, dass Schritte erwogen werden könnten, genügt für die HOSI Linz sicher nicht.

„Auch noch nach Sotschi fühlen wir uns namens der Lesben und Schwulen weltweit von der Bundesregierung im Stich gelassen. Nun ist der Hauptbrennpunkt nach Uganda verlagert und wir müssen dort unser Möglichstes unternehmen, um Schwule und Lesben an Leib und Leben zu schützen, so schwierig das auch sein mag!“, erklärt Vereinssprecher Rainer Bartel die Aufgabenstellung für die HOSI Linz.

Bartel weiter: „In unseren Augen ist hier in erster Linie Herr Minister Kurz gefordert. Gerade weil Uganda einen Schwerpunkt in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bildet, ist es leichter möglich, diplomatischen Druck im Sinn der Wahrung ethischer Prinzipien und der menschlichen Grundrechte auszuüben. Freilich müssen Ernsthaftigkeit und Beständigkeit dahinter stehen, sonst wirkt die Diplomatie nicht. Jedenfalls genügt uns eine beiläufige Äußerung des Außenministers, dass Schritte erwogen werden könnten, sicher nicht.“

„Es ist zu beobachten und zu befürchten, dass homophobe Gesetze nicht totes Recht, sondern tödliches Unrecht sind. Doch selbst wenn solches Recht kaum zur Anwendung käme, bläst solches Signal der Regierung an das Volk zur öffentlichen Hatz und Verfolgung hauptsächlich von Schwulen und Transgender-Personen: Demütigungen und Anfeindungen, Prügelattacken und Folterungen, Totschlag und Mord sind offenbar politisch erwünscht und bleiben daher im Wesentlichen straflos“, ergänzt Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner.

„Ungerechte politische Systeme brauchen Volksfeinde: Sündenböcke, auf die sie die Unzufriedenheit des Volks von sich ablenken, auf die sie die Frustration und Wut des Volkes ablassen, um damit ihre Herrschaft zu retten und zu festigen. Das war schon immer so. Nur heutzutage trifft es wieder zunehmend jene, die keine astreine heterosexuelle Ausrichtung haben. Das gilt auch für die Hautfarbe, die ethnische und soziale Herkunft usw.“, so Wartner weiter.

Spät rächt sich der Kolonialismus, der die Homophobie nach Afrika gebracht und dort „antiafrikanisch“ gemacht hat. Aktuell entfachen aber auch extrem-evangelikale Missionare und das Beispiel Russlands einen Flächenbrand, der auch bis zu uns vordringen könnte.

„Die Gefahr einer Grenzen überschwappenden Homophobie ist offensichtlich, beachten wir die Anfänge. Im deutschen Bundesland Hessen soll die Sexualerziehung in den Schulen reformiert und verländert werden, weil zu ausgewogen über die verschiedenen Sexualitäten gelehrt werde. Das Baltikum zum Teil, Polen, Frankreich, Hessen, das entferntere Osteuropa und der Südbalkan sind europäische Problemgebiete“, warnt der Vereinssprecher und ergänzt: „Nicht

zu vergessen Österreich! In der Regierungserklärung fehlt jegliche Erwähnung in Angelegenheiten von Lesben und Schwulen! Das zu verdeutlichen und kompensieren, ist unser Auftrag.“

Für die HOSI Linz

gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

Linz, den 26.02.2014